Fragen und Antworten zur Fernwärme in Bietigheim-Bissingen

Fernwärme gewinnt zunehmend an Bedeutung und stößt auf immer größeres Interesse.
In unseren FAQs finden Sie kompakte Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um dieses Thema.
Bei weiteren Fragen oder individuellen Themen beraten wir Sie selbstverständlich auch persönlich.
Wenden Sie sich hierfür bitte an info.technik@sw-bb.de

 

Allgemein

Was ist Fernwärme?

Bei der Fernwärme wird Wärme in zentralen Heizkraftwerken erzeugt und über ein verzweigtes Rohrleitungssystem verteilt.

Anders als bei klassischen Heizsystemen wird die Wärme also nicht im Haus erzeugt. Stattdessen erfolgt die Wärmeerzeugung in einem oder mehreren Heizkraftwerken. Das heiße Wasser wird anschließend über unterirdische Leitungen in die angeschlossenen Gebäude geliefert.

In Bietigheim-Bissingen wird die Wärme an insgesamt 5 unterschiedlichen Standorten erzeugt. Das Fernwärmenetz Kreuzäcker / Innenstadt wird über das Heizkraftwerk Kreuzäcker, das Heizkraftwerk Bad am Viadukt und das Blockheizkraftwerk (BHKW) Eishalle versorgt. Für das Fernwärmenetz Buch wird die Wärme im Heizkraftwerk Buch und der neu gebauten Energiezentrale Mitte (EZM) erzeugt.

Ein anschauliches Erklärvideo finden Sie unter: Was ist Fernwärme? 

Welche Vorteile hat ein Anschluss an die Fernwärme?

Der Anschluss an unsere umweltfreundliche Fernwärme bringt viele Vorteile mit sich: 

  • Komfortable und zuverlässige Wärmeversorgung – das ganze Jahr 
  • Sehr umweltfreundliche Wärme – alle gesetzlichen Anforderungen bezüglich erneuerbarer Energien erfüllen wir für Sie 
  • Sauber, sicher, platzsparend in Ihrem Haus 
  • Keine Investitionskosten für einen Kamin, weil nicht erforderlich 
  • Geringe Betriebs- und Wartungskosten, da sich kein Wärmeerzeuger im Haus befindet 

Aus welchen Brennstoffen wird die Fernwärme in Bietigheim-Bissingen erzeugt?

Im Gegensatz zu dezentralen Heizsystemen (bspw. Gas- oder Ölheizungen oder Wärmepumpen) wird bei der Fernwärme nicht nur ein Energieträger eingesetzt.

In Bietigheim-Bissingen kommen aktuell neben Erdgas und Heizöl auch Holzhackschnitzel, Biomethan, Biogas und Wärmepumpen zum Einsatz.

2024 wurde die Fernwärme folgendermaßen erzeugt:

20260213_SWBB_Anteile_Brennstoffe_Fernwaerme.jpg

Um weiterhin Treibhausgasemissionen zu mindern, werden in den nächsten Jahren verstärkt weitere erneuerbaren Wärmequellen zum Einsatz kommen.

Wo gibt es bereits Fernwärme in Bietigheim-Bissingen?

Den aktuellen Ausbaustand finden Sie jederzeit auf der unserer Homepage „Fernwärme-Fahrplan“.

Fahrplan

Was ist der Fernwärme-Fahrplan?

Die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen treiben den Ausbau der klimafreundlichen Fernwärme kontinuierlich voran. Mit dem neu entwickelten Fernwärme-Fahrplan können Interessierte jetzt unkompliziert ihr Interesse an einem Fernwärmeanschluss bekunden.

Über eine Karte lässt sich mit wenigen Klicks ein Marker auf das eigene Haus setzen. Damit signalisieren Sie: „Ich habe Interesse an Fernwärme“. Ein Marker ist selbstverständlich unverbindlich – er verpflichtet weder zum Anschluss noch garantiert er einen Ausbau. Je mehr Marker jedoch in einer Straße gesetzt werden, desto größer sind die Chancen, dass die Fernwärme in diesem Gebiet erschlossen werden kann.

Zusätzlich werden registrierte Eigentümer*innen über den Fahrplan über Neuigkeiten und geplante Ausbauten informiert. Ebenso können Eigentümer*innen bei einem Ausbau Ihrer Straße hierüber frühzeitig kontaktiert werden.

Mein Gebäude steht in einem Gebiet, in dem es aktuell schon Fernwärme gibt. Was muss ich tun, um angeschlossen zu werden?

Vor Ihrem Gebäude liegt bereits unsere Fernwärmeleitung – einem zeitnahen Anschluss steht somit nichts im Wege. Bei konkretem Interesse füllen Sie bitte die Netzanmeldung Fernwärme unter SWBB - Fernwärme Netzanmeldung aus.

Die Netzanmeldung ist unverbindlich, wir prüfen nach dem Eingang ihre Anfrage und kommen für eine Angebotserstellung gerne bei ihnen vorbei.

Wenn die Fernwärmeleitung bereits vor meinem Gebäude verlegt ist, muss ich mich dann an die Fernwärme anschließen?

Nein, in Bietigheim-Bissingen gibt es keine grundsätzliche Pflicht zum Anschluss an das Fernwärmenetz. 

Mein Gebäude steht im potenziellen Fernwärme-Ausbaugebiet. Was bedeutet dies?

Aktuell planen wir in diesem Gebiet Fernwärme auszubauen. Ob ein Ausbau tatsächlich stattfindet und wann der Ausbau erfolgt, ist aktuell noch nicht festgelegt. Voraussetzung für einen Ausbau ist vor allem ein ausreichendes Interesse der Eigentümer in direkter Umgebung. Ihr Interesse für einen Fernwärmeanschluss können sie gerne unter SWBB - Fernwärme-Fahrplan bekunden. Je mehr Interesse an Fernwärme besteht, desto wahrscheinlicher und schneller erfolgt der Fernwärmeausbau.

Mein Gebäude liegt außerhalb des Fernwärme-Gebietes. Warum findet hier kein Fernwärme-Ausbau statt? Welche Alternativen habe ich?

Der Ausbau von weiteren Straßen oder ganzen Stadtteilen muss zum einen technisch möglich sein und zum anderen auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Daher wurden die unterschiedlichen Gebiete unter anderem hinsichtlich Erschließungsaufwand, Flächenbedarf für die benötigte Infrastruktur und der Wärmedichte untersucht und bewertet.

Da in diesen Gebieten zukünftig weiterhin kein Fernwärme-Ausbau geplant ist, müssen Sie auch zukünftig Ihre Wärme direkt im Haus erzeugen.  Es empfiehlt sich, frühzeitig Kontakt mit Ihrer Heizungsfachfirma oder einer Energieberaterin bzw. einem Energieberater aufzunehmen. Neben der Beratung zu alternativen Formen der Wärmeerzeugung erhalten Sie dort auch Unterstützung bei Fördermöglichkeiten.

Anschluss

Welche Anforderungen muss mein Gebäude erfüllen, um es mit Fernwärme versorgen zu können?

Grundsätzlich können alle Gebäude über die Fernwärme versorgt werden.  Sie benötigen lediglich einen Kellerraum (ca. 4 m²), welcher bestenfalls zur Straßenseite liegt.

Bestehende Heizkörper und Fußbodenheizungen können weiterverwendet werden.

Sollten in Ihrem Gebäude noch Etagenheizungen installiert sein, sind zusätzliche technische Anpassungen im Gebäude erforderlich. Weitere Fragen klären wir gerne in einem persönlichen Gespräch mit ihnen.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Eine Umstellung auf Fernwärme lohnt sich. Die Bundesregierung fördert aktuell Ihren Fernwärme-Hausanschluss im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze - Einzelmaßnahmen (BEG EM).

Wenn Sie Ihre alte, fossile Heizung gegen einen Fernwärme-Hausanschluss ersetzen, erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von 30 %.

Zusätzlich können selbstnutzende Eigentümer vom Klimageschwindigkeits-Bonus in Höhe von weiteren 20 % profitieren, wenn eine noch funktionstüchtige Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ausgetauscht wird.

Darüber hinaus gibt es einen einkommensabhängigen Bonus: Liegt das zu versteuernde Haushaltseinkommen unter 40.000 € pro Jahr, erhalten selbstnutzende Eigentümer zusätzliche 30 % Förderung.

Bitte beachten Sie, dass die Gesamtförderung auf maximal 70 % begrenzt ist.

 

Weitere Informationen zu den Förderbedingungen und der Antragstellung finden Sie auf den folgenden Seiten:

Wie läuft der Weg zur Fernwärme ab?

  1. Kontaktaufnahme: Sollten Sie konkretes Interesse an einem Fernwärme-Hausanschluss haben, füllen Sie bitte die Netzanmeldung Fernwärme aus.
  2. Vor-Ort-Begehung: Unsere Planer vereinbaren mit Ihnen ein Termin vor Ort und überprüfen die Gegebenheiten. Infolgedessen lassen wir Ihnen ein Angebot zukommen.
  3. Vertragsabschluss: Sie bekommen von uns ein Angebot einschließlich aller notwendigen Verträge. Nach der Unterzeichnung kann die Ausführung beginnen.
  4. Verlegung des Hausanschlusses: Nachdem alle Unterlagen vorliegen, kann die Hausanschlussleitung von der öffentlichen Straße bis in Ihren Anschlussraum verlegt werden.
  5. Installation der Übergabestation: Ihr Heizungsinstallateur installiert ihre Übergabestation und übernimmt ggf. weitere Umbaumaßnahmen im Gebäude.
  6. Inbetriebnahme: Nachdem die Übergabestation ordnungsgemäß installiert wurde, setzen unsere Monteure den Wärmemengenzähler und nehmen die Anlage in Betrieb. Ab diesem Zeitpunkt können Sie unsere Wärme aus dem Fernwärmenetz beziehen.

Kann ich einen gebauten Fernwärme-Anschluss zunächst nicht nutzen und erst in ein paar Jahren hierüber Wärme beziehen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Sollten Sie einen Hausanschluss im Rahmen einer Baumaßnahme herstellen lassen, sind Sie nicht verpflichtet, sofort Wärme zu beziehen. Allerdings muss nach spätestens 3 Jahren Wärme abgenommen werden.

Mit welchen Kosten ist für einen Fernwärme-Hausanschluss zu rechnen?

Die einmaligen Kosten für einen Hausanschluss setzen sich aus Anschluss- und Tiefbaukosten für die Verlegung der Wärmeleitungen zusammen. U.a. hängen Sie von der benötigten Anschlussleistung und der benötigten Leitungslänge von Ihrer Grundstückgrenze bis zum Gebäudeeintritt ab.

Die genauen Kostenbestandteile können Sie der Homepage entnehmen: SWBB Fernwärme Anschlusskosten

Für ein konkretes Angebot kommen wir gerne bei ihnen vorbei.

Hinzu kommen noch Kosten für die Übergabestation und ggf. Umbaumaßnahmen im Gebäude durch Ihren Heizungsinstallateur.

Mit welchen laufenden Kosten ist für die Fernwärme zu rechnen?

Die Wärmekosten setzen sich aus einem Grundpreis für die bereitgestellte Leistung, einem Arbeitspreis für die tatsächliche bezogene Wärmemenge und einem Verrechnungspreis für den Wärmemengenzähler zusammen. Werden in der Erzeugung auch fossile Energieträger eingesetzte, fließen noch die CO2-Kosten mit ein. Die Wärmepreise werden jährlich angepasst.

Die aktuellen Preisblätter für unsere Fernwärme finden Sie unter: SWBB - Fernwärme Preisblatt

Was ist eine Fernwärme-Übergabestation?

20260213_SWBB_Fernwaerme_Uebergabestation.jpgEine Fernwärme-Übergabestation ist die technische Schnittstelle zwischen unserem öffentlichen Fernwärmenetz und Ihrem internen Gebäudenetz. Sie überträgt die Wärme effizient über einen Wärmetauscher, reguliert den Druck und die Durchflussmenge und sorgt dafür, dass das Wasser der beiden Netze nicht vermischen. Diese kompakte Station wird von Ihrem Heizungsinstallateur geliefert und ersetzt Ihren bisherigen Heizkessel.

Warum kann ich meinen Fernwärme-Anbieter ähnlich wie bei Strom und Gas nicht selbst wählen?

Im Gegensatz zu Strom oder Gasnetzen sind Wärmenetz geschlossenen lokal begrenzte Netze.  Daher gibt es auch keine Verbindungsleitungen zwischen verschiedenen Netzen. Dies bedeutet, dass der Betreiber des Wärmenetzes eigenverantwortlich agiert. Ein zweites, parallel verlaufendes Wärmenetz zu bauen, wäre auch nicht sinnvoll.

Daher ist der Eigentümer an den örtlichen Anbieter gebunden, den er auch nicht wechseln kann.

Auf welcher Basis erfolgt die Festlegung des Fernwärmepreises?

Fernwärmeversorger können die Preise nicht frei festlegen! Sie sind hier an strenge kartellrechtliche Vorgaben gebunden, die missbräuchliche Preisgestaltung verhindern.

Werden die Wärmepreise während der Vertragslaufzeit angepasst?

Ja, da die Wärmeversorgungsverträge eine deutlich längere Laufzeit als bspw. Strom- oder Gasverträge haben und es so möglich ist auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu reagieren.

Für solche Preisanpassungen wird im Vertrag die sogenannte „Preisanpassungsklausel“ vereinbart, nach der der Wärmepreis anhand von unterschiedlichen Indizes verändert wird. Unter anderem werden mit dieser Formel die Entwicklungen auf den Energiemärkten, bei der Erzeugung und bei der Verteilung berücksichtigt.

Gesetzliche Grundlage hierfür ist die „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Fernwärme (AVBFernwärmeV)“.

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